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Erneuerbare Energien tragen mit einem Anteil von 18,1 % zur gesamten Wärmebereitstellung 2024 bei. Rund 81 % der erneuerbaren Wärme werden aus Biomasse erzeugt, 61 % aus Holzbrennstoffen. Auch Biogas und Biomethan leisten mit 11 % einen wesentlichen Beitrag zur erneuerbaren Wärmebereitstellung.
Foto: FNR/D. Hagenguth
Aktuell herrscht in Deutschland klirrende Kälte, der Bedarf an Wärme steigt und die nur mäßig gefüllten Gasspeicher erinnern an die Abhängigkeit von Energieimporten. Diese Zeiten machen den Wert einer zuverlässigen Wärmebereitstellung aus heimischer Biomasse besonders bewusst. Erneuerbare Wärme trägt laut Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V., Gülzow-Prüzen, in Deutschland derzeit mit rund 20 % zur Wärmeversorgung bei und wird vor allem aus Holzbrennstoffen erzeugt.
Auch Biomethan und Biogas spielen eine bedeutende Rolle als Wärmelieferant und könnten ihren Anteil sogar noch deutlich steigern. Um dieses Potenzial zu heben, bedarf es entsprechend gestalteter Rahmenbedingungen, Hoffnungen richten sich hier auf eine schnelle Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes.
Holzenergie ist wichtigste erneuerbare Wärmequelle
Bioenergie sichert eine zuverlässige und klimafreundliche Wärmeversorgung aus regionalen Quellen, die unabhängig von Wetter, Weltpolitik und Speicherständen funktioniert. Rund ein Fünftel der in Deutschland verbrauchten Wärme stammt aus regenerativen Energiequellen, rund
80 % davon sind Biomasse: Den Löwenanteil stellen Holzbrennstoffe wie Scheitholz, Holzpellets oder Holzhackschnitzel, die private Haushalte bis zu Stadtwerken und Industrie zur Wärmeerzeugung nutzen.
Auch in 2026 gibt es im Rahmen von Bundesprogrammen attraktive Förderkonditionen für große und kleine Holzheizungen sowie deren Planung und Infrastruktur. Dazu zählen die Bundesförderung für effiziente Gebäude, der KfW-Zuschuss 432 Energetische Stadtsanierung oder die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze. Kommunen, Unternehmen, Vermieter und Privatpersonen finden dort für sie passende Fördermaßnahmen.
Kommunen sollten im Zuge der kommunalen Wärmeplanung unbedingt ihre lokalen Biomassepotenziale prüfen, wie der FNR rät. Sind diese ausreichend vorhanden, stellen Holzenergieanlagen im Verbund mit weiteren erneuerbaren Quellen häufig eine gute Lösung dar, die nicht zuletzt die Kosten überschaubar hält.
Biogaspotenziale nicht ausgereizt
Aber auch Biogas trägt zur Wärmeversorgung bei und konnte seinen Anteil seit 2010 mehr als verdoppeln. Zurzeit sind es rund 400.000 Haushalte sowie zahlreiche öffentliche Gebäude, Schwimmbäder, Gewächshäuser, Stallungen und Trocknungsanlagen vor allem im ländlichen Raum, die mit Wärme aus Biogas beheizt werden. Dieser Anteil lässt sich in etwa verdoppeln, sofern die 9.000 Biogasanlagen in Deutschland eine sichere und langfristige Perspektive für den Weiterbetrieb erhalten.
Mit dem Biomassepaket der Bundesregierung haben sich die Rahmenbedingungen für Biogasanlagen in 2025 und 2026 bereits deutlich verbessert. Ab dem kommenden Jahr werden die Perspektiven aber wieder ungewisser. Anlagenbetreiber warten hier auf wichtige Gesetzesnovellen wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).
Bioenergie: krisenfest, klimafreundlich, unabhängig
Deutschland verfügt über große heimische Biomassepotenziale wie Restholz, Mist, Gülle und Energiepflanzen. Gleichzeitig ist absehbar, dass Erdgas in den kommenden Jahren teurer und die Verfügbarkeit unberechenbarer wird. Die Nutzung heimischer Bioenergiepotenziale ergänzt nicht nur andere erneuerbare Energien wie Wind- und PV-Strom, sondern bleibt ein wichtiger Beitrag, um die Energieversorgung krisenfester, klimafreundlicher und unabhängiger zu machen und die regionale Wirtschaft zu stärken.
